Neubau Deiker Höfe Baufeld Nord

Neubau eines Stadtquartiers auf dem ehemaligen Gelände des Fashion House in Düsseldorf – Stockum. Geplant ist eine urbane Mischung aus 350 Wohnungen, einer Kita, Büros, Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie.

Das Objekt

Düsseldorf - Stockum

Bauort

20.738.367,00 €

geschätzte TGA Kosten

2020 - 2023

Baujahr

Diese Gewerke werden von uns geplant:

Projektbeschreibung

Früher waren die Fashion-Häuser eine bekannte Adresse in der Düsseldorfer Modebranche. Jetzt entsteht auf dem Gelände in Stockum ein neues Wohnviertel – die “Deiker Höfe”. Aktuell laufen noch die Abrissarbeiten der Fashion-Häuser.
Auf dem rund vier Hektar großen Grundstück im Düsseldorfer Norden soll es bald ein neues Wohnviertel entstehen. Dafür müssen jedoch zunächst die ehemaligen “Fashion Häuser” mit schwerem Gerät abgerissen werden. Geplant ist dann eine Mischung aus 350 Wohnungen, einer Kita, Büros, Einzelhandel und Gastronomie – auch ein Hotel soll es in den “Deiker Höfen” geben. Gegen den Lärm der Danziger Straße sollen Bewohner und Besucher durch eine große Glaswand geschützt werden. Falls alles nach Plan läuft, sollte das Projekt 2023 fertiggestellt sein.

KD-Plan ist mit dem Bauteil Nord beauftragt.
Hier entstehen 4 Baufelder, die wie folgt aufgeteilt sind:
Baufeld 4: Büros / Co-Working-Spaces / Gastronomie / Wohnen
Baufeld 5: Büros / Wohnen / gefördertes Wohnen
Baufeld 6: Wohnen / Townhäuser
Baufeld 8: Tiefgarage unter den Bauteilen 4-6 (nördlicher Teil)

Die Energie- und Medienversorgung wird eine Realteilung der unterschiedlichen Baufelder und Häuser berücksichtigen. Es wird dazu baufeldweise Strom, Gas, Wasser- und Nahwärmeversorgung geplant. Eine Sicherung der Zugänglichkeit sowie Nutzung erfolgt mittels Grunddienstbarkeiten.

Die Tiefgarage im Baufeld 8 wird mit zentralen Abluftventilatoren entlüftet. Bedingt durch Installation von Sprinklern in der Garage ist lediglich eine Abluftführung mit natürlicher Nachströmung und keine Entrauchung erforderlich.

Planung der Leistungsphase 5:

Die Gesamtplanung wird mittels voll 3D – Revit Unterstützung in einem Gebäudemodell integral in enger Zusammenarbeit mit den Architekten BM+P von uns erstellt.

Wärmeerzeugung:

Das Baufeld Nord wird über eine Nahwärmezentrale mit Heizungswasser versorgt. Die Nahwärmezentrale befindet sich im 1. Untergeschoss. Das Heizungswasser wird mittels eines Blockheizkraftwerks und eines Brennwertkessels erzeugt. Die Übergabe der primären Heizenergie erfolgt in der Übergabezentrale. Von dort aus werden die sekundärseitigen Versorgungsleitungen in die Nutzflächen geplant und die statischen sowie dynamischen Heizflächen mit Wärmeenergie versorgt.

Wärmeversorgung:

Die Wohnungen werden mit sogenannten Heizungs- und Warmwasser – Wohnungsstationen ausgestattet. Diese sind sowohl für die statischen Heizflächen, als auch für die Warmwasserbereitung in Vorrangschaltung ausgelegt.

Von den Wohnungsstationen aus werden die Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung auf niedrigem Temperaturniveau versorgt.

Die Gastronomiefläche wird mit einem Übergabepunkt ausgestattet. Bis zu diesem Punkt wird die Wärmeenergie geliefert und steht dort dem Mieter frei zur Verfügung. Die Wärmeverteilung innerhalb der Handelsflächen erfolgt im späteren Mieterausbau.

Die Büro- und Co-Working-Flächen erhalten Heiz- und Kühldeckensegel zur Abdeckung der Heiz- bzw. Kühllast. Die Segel werden im 4-Leitersystem angeschlossen.

Die Townhäuser im Baufeld 6 werden autark versorgt. Jedes Wohnhaus erhält eine Luftwärmepumpe. Die Wärme wird über Fußbodenheizungsverteiler in die Fußbodenheizungen der einzelnen Räume verteilt.

Lufttechnische Anlagen:

Unter Berücksichtigung der ENEV 2014/16, dem EEWärmG, der ErP-Verordnung und wirtschaftlicher Gesichtspunkte werden die Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die Belüftung der Büroflächen erfolgt über Zentralanlagen mit Wärmerückgewinnung und nachgeschalteter Heiz- und Kühlfunktion. Aufstellfläche der RLT-Anlage ist das Dach des jeweiligen Bauteils.

Die Belüftung der Wohnungen im Bauteil erfolgt zuluftseitig über Nachströmöffnungen in der Fassade. Die Abluft der Wohnungen erfolgt nach DIN 18017 Teil 3 in innenliegenden Räumen: im Bad, im WC-Bereich und im Abstellraum.

Die Be- und Entlüftung der Townhäuser erfolgt über eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Jedes Wohnhaus wird mit einem kompakten Zentralgerät mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Dieses ist im Dachgeschoss positioniert und versorgt die jeweiligen Räume über Bodenschlitzauslässe mit Zuluft. Die Abluft wird über Tellerventile an zentraler Position abgesaugt.

Kälteanlagen:

Die Kältebereitstellung erfolgt über einen wassergekühlten Kaltwassersatz im 1. Untergeschoss. Zusätzlich wird Kälte über eine Absorptionskältemaschine bereitgestellt. Die benötigten Rückkühlwerke befinden sich auf dem Dach des Bauteils. Die Kälteerzeugung stellt Kaltwasser mit einer Systemtemperatur von 6°C / 12°C bereit. Über einen Pufferspeicher ausgeführt als Mehrkammerverteiler werden die Verbraucher versorgt. Verbrauchern mit höheren Systemtemperaturen als 6°C / 12°C wird die benötigte Systemtemperatur über einen Plattenwärmetauscher zur Verfügung gestellt.

Starkstromanlagen:

Die Versorgung des Gebäudes mit elektrischer Energie erfolgt durch das örtliche Energieversorgungsunternehmen (EVU) aus der Ortsnetzstation im 1. Untergeschoss von Bauteil 5. Der Stationsausbau erfolgt durch die Netzgesellschaft Düsseldorf.

E-Mobility:

Die Versorgung der E-Mobility nördlichen Tiefgarage mit Energie erfolgt durch eine eigene 10 kV-MS-Station im 1. Untergeschoss von Bauteil 5.

Sicherheitstechnische Anlagen:

Für die sicherheitstechnischen Anlagen wird für die nördlichen Bauteile ein Dieselgenerator als Notstromaggregat vorgesehen. Dieses wird im ersten Untergeschoss von Bauteil 5 aufgestellt.

Die Verbraucher werden bei anstehender Netzspannung aus dem Netz versorgt (NSHV-AV). Bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung läuft der Diesel an und versorgt über eine Umschaltung die sicherheitsrelevanten Verbraucher, die an der NSHV-SV angeschlossen sind.

An die Sicherheitsstromversorgung sind nachfolgende Einrichtungen angeschlossen:
– Sprinklerpumpen
– Steuerschränke der Gebäudeautomation für sicherheitstechnischen Anlagen
– Sicherheitsbeleuchtung

Sicherheitsbeleuchtung:

Die Büros erhalten mit den Co-Working-Spaces, der Gastronomie und der Tiefgarage eine gemeinsame Sicherheitsbeleuchtungszentrale mit Batterieanlage.

Telekommunikation:

Die Einspeisung erfolgt je Gebäudeteil über einen Hausanschluss (Glasfaser) des Versorgers. Von diesem Hausanschluss aus erfolgt der Anschluss auf den Gebäudeverteiler (GV). In den Büros und Co-Working-Spaces werden 19“- Schränke installiert, von denen aus die Anschlussdosen sternförmig mit Cat.7-Verkabelung versorgt werden. Als Anschlusstechnik sind Cat.6A-Dosen vorgesehen. Innerhalb der Wohnungen werden Multimediaverteiler installiert, von denen aus die Anschlussdosen sternförmig mit Cat.7-Verkabelung versorgt werden. Als Anschlusstechnik sind auch hier Cat.6A-Dosen vorgesehen.

Fernseh- und Antennenanlagen:

Der Anschluss des Gebäudes durch einen öffentlichen Dienstleister erfolgt im TK/FM-Raum. Ausgehend von der Zentrale mit Hausanschluss- und Rückkanalverstärker, Verteiler usw. erfolgt die sternförmige Verteilung bis zu den einzelnen Übergabepunkten in den Mietbereichen und Wohnungen. Analog der Telekommunikationsverkabelung befindet sich in den Wohnungen als Übergabepunkt der Multimediaverteiler und in den Gewerbeflächen Mieterübergabekästen (MÜK). In Abhängigkeit von der Wohnflächengröße werden maximal 3 BK-Dosen pro Wohneinheit installiert.

Die Büros bekommen eigene Mutlimediaverteiler.

Brandmeldeanlage:

Für die Büros, die Co-Working-Spaces und die Gastronomie wird eine gemeinsame Brandmeldeanlage nach DIN VDE 0833 Teil 2 errichtet. Die Zentrale der BMA wird im Untergeschoss in einem brandschutztechnisch geschützten, separaten Raum vorgesehen.

Die Anlage umfasst unter anderem die Feuerwehrbedien- und Informationseinrichtungen, automatische und nicht-automatische Melder und Steuermodule für die Aufschaltung der technischen Einrichtungen. Für die Büros, die Co-Working-Spaces und die Gastronomie werden Handmelder, Signaltongeber, Rauchmelder und Rauchmelder mit integriertem Signaltongeber installiert. Entsprechend werden die Melder und Melder mit intergiertem Signaltongeber auf die Brandmeldeanlage aufgeschaltet. Sämtliche Wohneinheiten und Townhäuser aller Bauteile erhalten autarke, batteriegestützte Rauchmelder mit Netzversorgung entsprechend der DIN 14676 zur internen Alarmierung der Nutzer.

Feuerlöschanlagen:

Die Auslegung der Anlagentechnik erfolgt nach VdS CEA 4001  2018-01(6) Klasse 1 mit einer 40-minütigen Betriebszeit.

Durch die Sprinkleranlage in der Tiefgarage erfolgt eine flächendeckende, nasse Sprinklerung mit Frostschutzmittel nach OH2. In den Gewerbeflächen und in die Lager und Technikflächen, in denen Sprinklertrassen queren, erfolgt eine flächendeckende Sprinklerung nach OH3. Im BT4 (Co-Working) ist eine OH4 Versorgung vorgesehen. Die Transportleitungen für Gewerbe und Co-Working bekommen eine elektrische Begleitheizung und werden mit Normalwasser gefüllt. Die Hauptsprinklerzentrale befindet sich in BT5 mit 2 Alarmventilstationen und versorgt die Tiefgarage und den Müllraum sowie die Unterzentrale in BT4 mit 3 Alarmventilstationen für die Bereiche Tiefgarage, Müllraum und Co-Working.

Gebäudeautomation:

Um den Nutzern des Gebäudeautomationssystems zukünftig die größtmögliche Offenheit und Flexibilität zu gewährleisten, wird ein System auf der Basis des neutralen Kommunikations-Standards BACnet (Building Automation and Control Networks) geplant. Als physikalisches Medium wird in diesem Projekt ausschließlich BACnet/IP auf Ethernet ISO8802-3 mit 100Mbit/s vorgesehen.

Die BACnet Kommunikation wird nach DIN EN ISO16484-5 ausgeführt. Die DDC-Automationsstationen (DDC-AS) sind als native Stationen ausgeführt, was bedeutet, dass das BACnet-Protokoll in jedem Gerät eine immer verfügbare Grundeigenschaft ist. Jede Automationsstation wird somit als vollwertiger BACnet Knoten ausgeführt.

Für die eventuelle, optionale Peer-to-Peer Kommunikation wird BACnet verwendet. Zur Erzeugung der BACnet Kommunikation ist keine zusätzliche Hardware erforderlich.

Für die betriebstechnischen Anlagen (Lüftungsanlagen, Pumpen, Anlagen der Heizungstechnik etc.) ist ein DDC-Automatisierungssystem mit der optionalen Möglichkeit zur Anbindung an ein übergeordnetes Managementbediensystem (MBE / GLT) zur zentralen Überwachung, Bedienung und Visualisierung in fabrikatsneutraler Ausführung geplant.

Alle DDC-Unterstationen werden über die Anlagentechnik der Kostengruppen 410-475 als Package-Unit integriert (z.B. Lüftungsanlagen und Heizungsstation).

Die Kommunikation im Bereich der Automatisationsebene erfolgt über BACnet/IP und im Bereich der Feldebene über BACnet MS/TP gemäß DIN EN ISO 16484-5 und der darin festgelegten Objekte.

In den Technikzentralen der unteren Gebäudeebene (z.B. Heizung, Sanitär) sowie dem Dachgeschoss (z.B. Lüftung), werden für die zentralen betriebstechnischen Anlagen (BTA) DDC-Automationsstationen (DDC-AS) als Informationsschwerpunkt angeordnet, in denen die Leistungs- und Steuerungsteile der BTA integriert werden.

Es wird eine einfache, raumbezogene Regelung für das Heizen über Raumregler geplant. Die Wohneinheit-bezogenen Regelungen können ggf. optional über einen den Einheiten zugeordneten Raumcontroller (RC) gesteuert und geregelt werden. Die Kommunikation der einzelnen RC zu den Raumbediengeräten (RBE) kann somit optional über BACnet MS/TP oder alternativ über KNX – dann mit einem KNX / BACnet-Gateway als Schnittstelle – zur übergreifenden Automationsebene erfolgen. Somit ist eine optionale Aufschaltung der Wohneinheit-bezogenen Parameter auf die übergeordnete DDC-AS oder eine MBE möglich.